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Urlaubsguru – Das Interview mit Fernweh

Jeder kennt mittlerweile die super-duper-günstigen Reiseschnäppchen von Urlaubsguru und Co. Wer und was aber hinter dem Start-Up mit dem Guru steht, wollten wir genauer wissen. Wir haben uns mit Daniel Frick, dem Gründer der Urlaubsguru.at-Plattform in ihrem neuen Office getroffen und ihn unter anderem mit den Fragen gelöchert, die Ihr auf Facebook gestellt habt.

Daniel_Frick_Foto

Wie würdest du Urlaubsguru jemandem ganz kurz und prägnant erklären, der davon noch nie etwas gehört hat?

Daniel Frick: „Urlaubsguru sucht in den Weiten des Internets nach günstigen Reiseschnäppchen. Es wird nie selber beim Urlaubsguru gebucht, sondern wir leiten dann weiter auf Reiseveranstalter wie Expedia oder TUI und die Leute buchen dann dort. Wir sind wie eine menschliche Suchmaschine!“

Urlaubsguru, Urlaubshamster, Urlaubspiraten – die Übersicht geht für manche verloren und es geht für Kunden hauptsächlich um günstiges Reisen. Wie kann sich Urlaubsguru von der Konkurrenz absetzen?

Daniel Frick: „Also ich will jetzt auf jeden Fall nichts Schlechtes über die Konkurrenz sagen, aber Urlaubsguru ist in Österreich schon am längsten am Markt. Viele Angebote sind gleich weil die günstigsten Angebote schnell von den Konkurrenten übernommen werden. Aber durch unser Service, insbesondere das Reisebüro 2.0 und die Sympathie glaube ich schon, dass der Guru da einfach die bessere Wahl ist. Aber klar, die anderen machen auch gute Arbeit und haben auch richtig gute Experten, die da auch gute Angebote finden. Ich glaube das ist im Endeffekt Geschmackssache. Es gibt sicher viele Leute die verwenden irgendwie alle Portale und vergleichen halt dort nochmal untereinander. Aber sonst ist es wie mit Automarken – persönliche Präferenz.“

Welche Marketingmaßnahme hat 2012 den Durchbruch ermöglicht?

Daniel Frick: „Der erste große Push kam durch die Facebook-Funktion „Angebot beanspruchen“ – das war damals noch gratis. Eines unserer Angebote ging extrem krass viral: Budapest mit Flug und Hotel damals für ca 40€. Und das hat sich geteilt, geteilt, geteilt. Da haben wir extrem viele Facebook –Fans dazugewonnen. Und der größte Push war durch RTL Extra. Da wurde eines unserer Schnäppchen getestet – 200€ nach Mallorca mit Transfer und Hotel. Das Hotel war mit Whirlpool im Zimmer und Meerblick – das war für den Preis perfekt. Da hatten wir dann ca 40.000 Leute gleichzeitig auf der Seite, bis der Server tot war. Seither ist es natürlich noch professioneller geworden und wir machen das Vollzeit.
Ich glaube aber, dass das heutzutage nicht mehr so möglich wäre. Also heutzutage – klingt als ob es 15 Jahre her wäre. Aber es hat sich sicher viel geändert. Damals war Facebook-Werbung oder Facebook-Pushes zu erreichen viel einfacher – heute muss man viel Geld in die Hand nehmen. Damals ging das halt ziemlich einfach. Aber gut, wir haben das halt ausgenützt und haben so eine große Community gecatcht.“

Facebookfrage: Woher bezieht das Team von Urlaubsguru seine Informationen über Billigflüge und gute Angebote?

Daniel Frick: „Wir haben unsere Suchmaschinen. Die öffentlichen Suchmaschinen die eigentlich jeder kennt – Skyscanner, Momondo wo wir gerne suchen. Bei Skyscanner ist halt der große Vorteil, dass man zB von Österreich nach USA – das schließt alle Flughäfen in Österreich ein; alle Flughäfen in den USA – und Zeitraum egal. Also er sucht dann die günstigsten Flüge von Österreich nach Amerika und egal wann. Und wir suchen wirklich die günstigsten Flüge, darum ist uns das Datum nur zweitwichtig. Skyscanner verwenden wir sehr gerne und bauen dann da Hotels dazu und machen halt solche Pakete. Dann gibt es noch von Google „ITA-Matrix“. Da kann man nicht direkt buchen, da kann man nur suchen. Da kann man extrem gut Gabel-Flüge zusammensuchen. Nur muss man die dann bei Expedia nochmal einfügen und dann vergleichen wir die Preise.“

Screenshot_Facebookseite

Facebookfrage: Wie viel ist bei Urlaubsguru bei der Suche nach den günstigen Angeboten automatisiert und wie viel wird von Menschen “manuell“ gemacht?

Daniel Frick: „Die Frage ist, wie man manuell definiert. Für mich ist manuell auch wenn ich den Flug in der Suchmaschine suche, dann das Hotel in der Suchmaschine suche und das dann zusammenstelle. Sonst kann man nur schwer die besten Preise rausfinden. Wir haben noch keinen Bot der für uns sucht.“

Was war die außergewöhnlichste Reise die Urlaubsguru angeboten hat?

Daniel Frick: „Es gab Mal Barcelona für 1€. Es gab New York für 28€. Das sind zu 90% Preisfehler (Error-Fares) wo die Airline entweder eine Komma-Stelle beim Preis verschoben hat oder der Kerosinzuschlag nicht dabei war. Das 1€-Barcelona-Special war eine Werbeaktion von einem Hotel. Die haben dann die ersten drei Wochen nach der Neueröffnung alle Zimmer für 1€ hergegeben. Sowas ist halt super wenn man das findet.“

Wie lange bleibt so ein fehlerhaftes Angebot einer Airline online; wie schnell muss man buchen?

Daniel Frick: „Am Wochenende hält es meistens ein bisschen länger weil die Leute ja nicht arbeiten und das nicht checken. Unter der Woche muss man innerhalb von ein paar Stunden reagieren. Und wenn man dann gebucht hat, gibt es bei Error-Fares eine 50/50-Chance. Also die Airlines haben immer noch die Möglichkeit zu stornieren, weil es ein Preisfehler war, aber laut unserer Erfahrung gehen 50% durch. Da gab es auch schon Business-Class-Flüge für 100€ von Wien nach New York. Das rentiert sich dann schon.“

Welche Reisen sind allgemein besonders beliebt?

Daniel Frick: „Man glaubt immer, dass die exotischen Ziele am häufigsten gebucht werden, aber die Klassiker sind alle im Umkreis. Also am besten werden die Wellnessangebote gebucht – Therme Erding, Loipersdorf, Aquadom etc. Alles was Österreich und Wellness betrifft und Therme Erding in Bayern. Das sind so die absoluten Top-Angebote. Und natürlich Städtereisen – Barcelona und Amsterdam zum Beispiel.“

In den letzten Jahren hat sich der Trend entwickelt, dass immer mehr Reisen online gebucht werden. Wie seht ihr die Zukunft der Reiseplanung – wird es in 5 Jahren noch klassische Reisebüros geben?

Daniel Frick: „Ich glaube, dass sich die Reisebüros wirklich überlegen müssen in welche Richtung sie gehen. Es wird auf jeden Fall vieles nur noch online gebucht werden. Ich glaube, dass auch unsere Generation nicht in ein Reisebüro geht, sonder online vergleicht. Aber es wird auf jeden Fall der Service auch online wichtiger werden. Die Reisebüros sind aber noch nicht ganz verloren. Wenn es wirklich um ganz spezielle Reisen geht – Rundreise nach Südamerika mit speziellen Vorlieben – Trakking zum Beispiel. Dazu wird man noch in ein Reisebüro gehen, aber sie müssen sich meiner Meinung nach spezialisieren.“

Auf eurer Homepage habt ihr neben dem Reisebüro 2.0 auch ein Reisemagazin. Wie entstehen diese Beiträge, gibt es bei euch eigene Reisetester?

Daniel Frick: „Es gibt keinen eigenen Reisetester – also die Stelle per se gibt es nicht. Eigentlich gehen immer Leute aus unserem Team die Hotels testen. Die, die Hotels testen, sollen auch schreiben können. Aber eigentlich sind es Leute aus der Redaktion. Ich war auch schon ein paar Mal dort. Wir könnten irgendwie das ganze Jahr lang durchgehend Hotels anschauen, aber das geht halt doch irgendwie nicht.“

Euer gesamter Arbeitsalltag dreht sich ums Thema Urlaub. Wie schafft man es, trotzdem in Wien zu bleiben?

Daniel Frick: „Das Gute ist, dass wir durch unsere Struktur in der Firma gut Urlaub machen können und die Leute sollen natürlich auch Urlaub machen. Man soll sich ja dort auskennen. Bei uns hat man auch von Beginn an sechs Wochen Urlaub statt fünf – auch damit man es aushält, pausenlos vom Urlaub umgeben zu sein und die wunderschönen Fotos sieht, jedoch nur im Büro sitzt. Es geht aber nicht, dass man durchgehend durch die Welt zieht, weil es natürlich schon viel Arbeit ist, dass die Seite läuft. Aber ich denke, dass wir so ein gutes Mittelding haben.“

Wie kann man sich Urlaubsguru als Arbeitgeber vorstellen und was macht eure Firmenkultur besonders?

Daniel Frick: „Wichtig ist, dass wir eine ganz flache Hierarchie haben – wir sind alle per Du miteinander. Wir machen viel gemeinsam – Pubquiz und Karneval-Feiern in Deutschland zum Beispiel. Wir haben auch viele firmeninterne Feiern. Die Wege sind kurz – falls jemand Fragen hat, kommt er einfach zu mir – es gibt kein „von Oben herab“. Wir haben flexible Arbeitszeiten mit Kernarbeitszeit von 10-15 Uhr, alles drum herum kann man sich selber einteilen. Dann haben wir die Woche mehr Urlaub. Man muss als Arbeitgeber schauen, dass die Mitarbeiter gerne arbeiten, dann bekommt man es auch wieder zurück.“

Tausende buchen regelmäßig über Urlaubsguru ihre Reisen – wie sieht euer Durchschnittsuser aus?

Daniel Frick: „In der Regel zwischen 25 und 34 Jahre alt und hat einen Partner. Er steht auf Wellnessurlaube und Städtetrips. Der Reisemarkt gibt für Singles wenig her. Der Durchschnittsuser ist also frisch verliebt und will nach Loipersdorf.“

Büro

Fazit

Daniel Frick hat uns einen Einblick gegeben, wie viel Arbeit dahinter steckt, die besten Schnäppchen rauszusuchen und den perfekten Service für Kunden zu ermöglichen. Die lockere Atmosphäre im Office und das allseits präsente Urlaubsfeeling machen aber absolut Lust auf Sonne, Strand und Wellness.
Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals herzlich für das Interview und hoffen dass ihr nun wisst, wie der Guru so tickt.